Heute kam per Post das Abschlußzeugnis.
Dolmetscherdiplom
Nach der Übersetzerprüfung, die ich im Juli 2010 abgelegt hatte, und der Dolmetscherprüfung, die jetzt anstand, habe ich nun also beide Teile bestanden und darf mich “Staatlich geprüfter Übersetzer und Dolmetscher” nennen. Vor der Dolmetscherprüfung hatte ich besonderen Respekt. Zwar habe ich zum ersten Mal im Alter von sieben Jahren gedolmetscht (konsekutiv vom Deutschen ins Französische, für den Feldmeister einer Gruppe von Pfadfindern aus Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz, die 1966 ihren Antrittsbesuch im verschwisterten Kanton Maintenon bei Paris abstatteten, wo wir damals wohnten). Aber wer weiß schon, ob das, was er ein Leben lang gemacht hat, ohne es je formal zu lernen, auch Gnade findet in den Augen eines staatlichen Prüfers? Nun, es hat gefunden, und so lobe ich das Sprachen- und Dolmeterscher-Institut zwar nicht für den Nichtgebrauch von Bindestrichen in seinem Namen, wohl aber für seinen Wirklichkeitssinn, was Dolmetschertätigkeit angeht. Naja, alles andere wäre ja auch komisch von mir, oder? Dankbar bin ich auch für den Hinweis, daß es bei der Dolmetscherprüfung nicht nur auf Sprachverständnis ankommt, sondern auch auf Schreibtechnik: Zweimal gilt es, einen jeweils achtminütigen Text anzuhören und dann in der jeweils anderen Sprache wiederzugeben. Wer da nicht so mitschreibt, daß er 80 und mehr Prozent des Gesagten festhält, ist verloren. Stenographie zu lernen, wäre eine Möglichkeit gewesen, hätte mich aber zu viel Zeit gekostet. So habe ich mir mit Hilfe von Material, das ich im Internet fand, ein eigenes System gebastelt, und das scheint zu funktionieren. Und so lernt man hoffentlich immer weiter.